Gartenarbeiten im Frühling: Was jetzt erlaubt ist – und was tabu bleibt

Die Tage werden länger, die Sonne zeigt sich häufiger, und die ersten Knospen lassen erahnen, dass die neue Gartensaison nicht mehr weit entfernt ist. Viele Gartenbesitzer können es kaum erwarten, wieder aktiv zu werden: Beete vorbereiten, Hecken in Form bringen, Laubreste beseitigen oder den Rasen pflegen – jetzt ist der perfekte Moment, um loszulegen. Doch nicht alle Gartenarbeiten sind bereits im beginnenden Frühling sinnvoll. Achte auch darauf: Ab März treten wichtige gesetzliche und naturschutzrechtliche Regelungen in Kraft, die Sie unbedingt kennen sollten. Manche Arbeiten, die im Winter noch erlaubt waren, sind dann tabu und das aus gutem Grund. Wer informiert ist, schützt nicht nur die Tierwelt, sondern vermeidet auch unangenehme Strafen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Tätigkeiten ab März nicht mehr erlaubt sind und mit welchen Arbeiten sie generell noch ein wenig warten sollten.

 

Hecken und Bäume schneiden? Lieber nicht mehr!

Ab dem 1. März gilt laut §39 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ein Schnittverbot für Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und Bäume. Bis zum 30. September sind radikale Rückschnitte oder Rodungen untersagt.

Warum ist das so?

In diesem Zeitraum beginnt die Brut- und Nistzeit vieler heimischer Vogelarten. Ein rigoroser Rückschnitt oder das Entfernen ganzer Hecken könnte ihre Lebensräume zerstören und das kann nicht nur ökologisch, sondern auch juristisch problematisch werden. Verstöße gegen das Schnittverbot können mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

Was ist dennoch erlaubt?

Pflegeschnitte sind erlaubt, solange sie schonend durchgeführt werden und keine brütenden Tiere gestört werden. Wenn Ihre Hecke nur ein wenig in den Gehweg ragt oder Äste stark in den Zaun hineinwachsen, dürfen Sie diese gezielt und vorsichtig entfernen. Achten Sie dabei bitte besonders auf Vogelnester oder andere tierische Bewohner.

 

Womit sie allgemein noch warten sollten

Die Versuchung ist groß, sofort alles auf Vordermann zu bringen, wenn die ersten Sonnenstrahlen in den Garten strahlen. Doch nicht jede Maßnahme schon sinnvoll – manche Gartenarbeiten schaden dem Boden, stören Tiere oder bringen schlicht keinen Vorteil, weil die Wachstumsbedingungen vor dem Frühling noch nicht stimmen. Geduld zahlt sich hier aus: Wer wartet, schützt die Natur und sorgt langfristig für einen gesunden Garten.

 

Laub und Totholz – bitte nicht wegräumen!

Auch wenn es verlockend ist, endlich aufzuräumen: Lassen Sie Laub- und Totholzhaufen möglichst noch liegen bis etwa Mitte April liegen.

Warum?

Laubhaufen sind wichtige Rückzugsorte für viele Tiere. Vögel, Amphibien, Insekten und andere Kleintiere nutzen sie als Winterquartier – und schlafen dort oft noch bis April. Auch viele nützliche Insektenarten wie Marienkäfer oder Florfliegen überwintern in diesen geschützten Gebieten.

Wenn Sie jetzt den Rechen oder Laubsauger schwingen, stören Sie nicht nur das empfindliche Gleichgewicht, sondern gefährden auch das Überleben dieser Tiere.

Unser Tipp:

Warten Sie mit dem großen Frühjahrsputz im Garten: Wenn es nachts nicht mehr warm ist und die Temperaturen stabil zweistellig sind, können Sie beginnen, Laub zu entfernen – und das möglichst vorsichtig.

 

Kein Einsatz schwerer Gartengeräte auf weichem Boden

Zum Rasenmähen ist der Boden meist noch zu weich. Foto von ClickerHappy.

Sie möchten umgraben, Rasen vertikutieren oder mit schweren Maschinen arbeiten? Auch damit sollten Sie jetzt noch vorsichtig sein. 

Der Grund:

Der Boden ist im Frühling noch sehr weich und feucht, was Gartenarbeiten erschwert. Wer jetzt mit schweren Geräten darüber fährt oder tief umgräbt, schadet der Bodenstruktur dauerhaft. Verdichtungen entstehen, das Bodenleben wird gestört, und der Gasaustausch im Erdreich verschlechtert sich – das schadet Pflanzenwurzeln und verringert die Fruchtbarkeit Ihres Gartens.

Besser:

Warten Sie, bis der Boden abgetrocknet ist. Wenn Sie beim Betreten der Beete nicht mehr einsinken und sich keine Erde an den Schuhen festsetzt, können Sie loslegen.

 

Nicht düngen – zumindest nicht wahllos!

Viele greifen bereits frühzeitig zum Dünger, vor allem bei Rasenflächen oder Blumenbeeten. Doch auch hier ist Zurückhaltung gefragt.

Warum?

Zu frühes oder ungezieltes Düngen bringt wenig. Pflanzen, die noch gar nicht aktiv wachsen, können die Nährstoffe gar nicht aufnehmen. Zudem besteht die Gefahr, dass der Dünger durch Regen in das Grundwasser gespült wird – ein ökologisches Problem.

Was Sie tun können:

Warten Sie mit der Düngung, bis der Boden konstant wärmer wird (ca. 8–10 Grad Celsius) und sich das erste sichtbare Wachstum zeigt. Die spätere Hauptdüngung kann dann zwischen April und Juni erfolgen. Achten Sie außerdem darauf, organische Düngemittel zu verwenden: Diese ist umweltfreundlicher und schonender für Boden und Tierwelt.

 

Wildkräuter nicht sofort entfernen

Gartenarbeiten im Frühling: Das Entfernen von Wilkräutern wie Löwenzahn zählt zunächst nicht dazu.
Löwenzahn sollte zunächst stehen bleiben. Bild von Joël auf Pixabay

Viele Hobbygärtner wollen im März direkt loslegen und Beete „säubern“. Dabei landen oft auch Wildkräuter wie Giersch, Löwenzahn oder Vogelmiere auf dem Kompost – oder noch schlimmer, in der Mülltonne.

Warum das Problem ist:

Wildkräuter sind in den ersten Frühlingswochen eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Insekten. Gerade Bienen, Hummeln und Schmetterlinge finden hier erste Pollen und Nektar, wenn sonst noch wenig blüht.

Unser Rat:

Lassen Sie die ersten Wildkräuter gezielt stehen – zumindest in Randbereichen oder auf ungenutzten Flächen. Damit fördern Sie nicht nur die Biodiversität, sondern machen Ihren Garten auch zu einem lebendigen Ort für bestäubende Insekten. Sobald Kulturpflanzen den Boden bedecken oder die Kräuter zu blühen beginnen, können diese dann entfernt werden, damit sie nicht weiter aussamen. Das ist meist ab April/Mai sinnvoll.

 

Keine chemischen Pflanzenschutzmittel einsetzen

Auch wenn die ersten Blattläuse oder Pilze auftauchen: Verzichten Sie unbedingt auf chemische Pflanzenschutzmittel.

Warum?

Viele Insekten sind gerade im Frühling besonders empfindlich. Chemische Mittel wirken nicht nur auf Schädlinge, sondern auch auf Nützlinge und schädigen das empfindliche ökologische Gleichgewicht. Außerdem sind einige Mittel in der Nähe von Gewässern oder auf versiegeltem Boden verboten.

Alternative:

Setzen Sie auf biologische Mittel oder natürliche Abwehrmechanismen. Eine Mischkultur im Beet, Pflanzenjauchen oder Nützlingsförderung (wie das Aufstellen von Insektenhotels) helfen, das Gleichgewicht im Garten aufrechtzuerhalten – ganz ohne Chemie.

 

Keine neuen Beete anlegen ohne Planung

Die Vorfreude auf neue Projekte ist groß, aber überstürzen Sie nichts. Wer jetzt wild drauflos pflanzt oder neue Beete umgräbt, riskiert Misserfolge und muss später noch ein weiteres Mal ran.

Warum?

Die Wachstumsbedingungen sind auch zu Frühlingsbeginn im März noch nicht optimal. Neue Pflanzen, die Sie jetzt setzen, können bei Spätfrost erfrieren oder Wurzeln entwickeln, die sich im weichen Boden schlecht verankern.

Unser Tipp:

Planen Sie jetzt in Ruhe. Machen Sie Skizzen, prüfen Sie die Bodenbeschaffenheit und bereiten Sie die Flächen Schritt für Schritt vor. Der eigentliche Start für neue Pflanzungen liegt meist im April oder Mai, denn dann sind die Bedingungen stabil.

 

Welche Gartenarbeiten Sie bereits ab jetzt erledigen können

Auch wenn viele Arbeiten im Garten noch warten müssen, gibt es einige Aufgaben, die Sie schon zum Frühlingsbeginn problemlos angehen können. Diese Vorbereitungen sorgen dafür, dass Ihr Garten und Ihre Ausstattung fit für die Saison sind – ganz ohne Risiko für Natur oder Gesetzesverstöße.

Zaunpflege und Reparaturen

Gartenarbeiten im Frühling: Dazu zählt auch das Ergänzen von Sichtschutzstreifen bei Bedarf.
Der Frühling ist ideal, wenn sie ihren Zaun mit Sichtschutz ergänzen möchten.

Doppelstabmattenzäune und andere Metallzäune können Sie jetzt instand setzen. Frostfreie Tage sind ideal, um Schäden zu beheben und die Optik zu verbessern.

Was ist sinnvoll?

  • Roststellen ausbessern: Achten Sie auf geeignete Farben und Temperaturen über 5 °C.
  • Sichtschutz anbringen oder erneuern: Jetzt ist die perfekte Zeit, um Sichtschutz zu ergänzen, bevor die Pflanzen austreiben.
  • Befestigungen prüfen: Lockere Schrauben oder Halterungen nachziehen.
  • Reinigung: Mit Wasser und Bürste, bei Bedarf milder Reiniger gegen Algen und Schmutz.

Tipp: Kombinieren Sie die Zaunpflege mit einer Sichtkontrolle der angrenzenden Bereiche, um keine Tiere zu gefährden.

 

Werkzeuge und Geräte prüfen

Bevor die Gartensaison mit dem Frühling richtig startet, lohnt es sich, alle Werkzeuge und Geräte gründlich zu kontrollieren und für die anstehenden Gartenarbeiten vorzubereiten:

Schärfen Sie die Messer von Rasenmähern, Heckenscheren und anderen Schneidwerkzeugen, damit sie später effizient arbeiten. Reinigen Sie Spaten, Harken und Scheren gründlich und versehen Sie sie mit einem Rostschutz, um ihre Lebensdauer zu verlängern.

Auch elektrische Geräte sollten Sie jetzt überprüfen: Funktionieren alle Kabel und Akkus einwandfrei? Laden Sie Akkus vollständig auf und testen Sie die Geräte, damit Sie später nicht von unangenehmen Überraschungen ausgebremst werden. Wer diese Vorbereitungen frühzeitig erledigt, spart Zeit und Stress, wenn die eigentliche Arbeit beginnt.

 

Beete vorbereiten

Die ersten warmen Tage sind ideal, um Beete für die kommende Saison vorzubereiten. Entfernen Sie alte Pflanzenreste und abgestorbene Stängel, damit sich keine Krankheiten oder Schädlinge ausbreiten. Lockern Sie den Boden vorsichtig mit einer Grabegabel, um die Durchlüftung zu verbessern – aber vermeiden Sie tiefes Umgraben, solange der Boden noch zu nass ist, da dies die Struktur schädigen kann. Nutzen Sie die Gelegenheit, um neue Pflanzungen zu planen: Welche Blumen oder Gemüsesorten sollen wo wachsen?

Hinweis: Für das Umgraben großer Flächen ist der Boden oft noch zu feucht. Warten Sie, bis er tragfähig ist. Ein einfacher Test: Wenn Sie beim Betreten nicht mehr einsinken und keine Erde an den Schuhen kleben bleibt, können Sie loslegen.

 

Projekte planen

Der frühe Frühling ist die perfekte Zeit für eine gründliche Gartenplanung. Erstellen Sie Skizzen für neue Beete oder Wege und überlegen Sie, wie Sie den vorhandenen Platz optimal nutzen können. Denken Sie dabei an Mischkulturen und Blühzeiten, um eine harmonische und nützliche Bepflanzung zu erreichen. Prüfen Sie außerdem, ob Sie neue Strukturen wie Hochbeete, Sichtschutz oder Rankhilfen integrieren möchten.

Planen sie außerdem, wann sie welche Gartenarbeiten am besten erledigen können und womit sie im Frühling starten möchten. Eine sorgfältige Planung spart später Zeit und Aufwand und sorgt dafür, dass Ihr Garten nicht nur schön, sondern auch funktional wird. Wer jetzt plant, legt den Grundstein für eine erfolgreiche und entspannte Gartensaison.

Achten sie darauf, welche Gartenarbeiten bereits Sinn machen und mit welchen sie im Frühling noch warten sollten. Bild von Mariakray auf Pixabay

 

Fazit: Ein Gartenjahr beginnt mit Achtsamkeit

Gartenarbeiten im Frühling sind verlockend, doch wer jetzt vorschnell handelt, riskiert Schäden an Natur und Garten. Informieren Sie sich über gesetzliche Regelungen, warten Sie auf stabile Temperaturen und setzen Sie auf naturnahe Methoden. So schaffen Sie die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gartensaison – im Einklang mit der Umwelt.

Tipp: Wenn Sie vor dem Frühling oder Sommer noch größere Schnittarbeiten erledigen möchten, ist der Februar der richtige Zeitpunkt. Nutzen Sie die verbleibenden Wochen, um Hecken zu schneiden, Gehölze zurückzuschneiden oder andere Maßnahmen umzusetzen, die ab März nicht mehr erlaubt sind.

 

Post teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert