Ein Gartenzaun sorgt für Sicherheit und Struktur – doch für viele Tiere kann er zur Barriere werden. Igel, Amphibien und andere Kleintiere brauchen freie Wege, um Nahrung zu finden und ihre Lebensräume zu erreichen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du deinen Zaun tierfreundlich gestalten und aktiv zum Artenschutz beitragen.
Warum ist Artenschutz wichtig?
Viele Menschen unterschätzen, wie stark ein geschlossener Gartenzaun die Tierwelt beeinflusst. Igel, Frösche, Kröten und andere Kleintiere legen oft weite Strecken zurück, um Nahrung zu finden oder ihre Winterquartiere zu erreichen. Wenn sie auf einen undurchlässigen Zaun stoßen, bedeutet das nicht nur Umwege, sondern oft auch Lebensgefahr: Tiere können sich in den Gitterstäben verfangen, erschöpfen oder verhungern, wenn sie keinen Ausweg finden.
Besonders Igel sind gefährdet, da sie sich bei Gefahr zusammenrollen und nicht mehr weiterlaufen können. Ein kleiner Durchgang im Zaun kann hier den Unterschied machen – er ermöglicht den Tieren, ihre natürlichen Wege fortzusetzen, ohne dass du auf Sicherheit verzichten musst. Artenschutz beginnt im eigenen Garten, und schon kleine Anpassungen tragen dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten und Lebensräume zu vernetzen.
3 Tipps für einen tierfreundlichen Gartenzaun:
1. Durchgänge für Igel schaffen
- Öffnungen von ca. 10–15 cm Breite reichen aus.
- Position: bodennah, nicht sichtbar von außen.
- Fertige Elemente sind im Handel erhältlich oder können selbst eingebaut werden.
- Wichtig: Keine scharfen Kanten, um Verletzungen zu vermeiden.
2. Naturnahe Gestaltung rund um den Zaun
- Hecken und Sträucher bieten Schutz und Nahrung für Vögel und Insekten.
- Blühende Pflanzen fördern die Artenvielfalt.
- Kletterpflanzen am Zaun schaffen zusätzlichen Lebensraum.
3. Materialien und Zaunhöhe
- Natürliche Materialien wie Holz oder Gabionen fügen sich harmonisch ein.
- Gabionen können sogar Lebensraum für Insekten bieten.
- Keine extrem hohen Zäune – Tiere brauchen Orientierung und Licht.
Extra-Tipp: So wird dein Garten besonders Attraktiv für Tiere
Ein Durchgang allein ist ein guter Anfang, aber du kannst noch mehr tun: Platziere in der Nähe des Zauns ein Insektenhotel, eine Tränke oder eine kleine Wasserstelle. Gerade in heißen Sommern sind Wasserquellen für Tiere überlebenswichtig. Auch Laubhaufen oder kleine Strukturen aus Ästen bieten Unterschlupf für Igel und andere Gartenbewohner. So wird dein Garten nicht nur sicher, sondern zu einem echten Rückzugsort für die Tierwelt.
Fazit:
Ein tierfreundlicher Gartenzaun ist kein großer Aufwand, aber ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. Mit Durchgängen, naturnaher Gestaltung und geeigneten Materialien schaffst du einen Garten, in dem sich Mensch und Tier wohlfühlen. Du förderst die Biodiversität, unterstützt bedrohte Arten und trägst dazu bei, dass unsere heimische Tierwelt auch in Zukunft genügend Lebensräume findet. Jeder kleine Schritt zählt – und beginnt direkt vor deiner Haustür.
