Welche Pflanzen sollte man im Frühjahr zurückschneiden?

Sobald die Tage wieder länger werden und sich der Winter langsam zurückzieht, beginnt im Garten die wohl wichtigste Phase des Jahres: der Frühjahrsrückschnitt. Damit Ihre Pflanzen kräftig austreiben, üppig blühen und gesund wachsen, ist der richtige Schnitt im Frühling entscheidend.

Doch welche Pflanzen dürfen – oder sollten – Sie im Frühjahr zurückschneiden? Und wann ist dafür der beste Zeitpunkt? In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Gehölze, Stauden und Gräser jetzt einen Schnitt vertragen, worauf Sie achten sollten und wie Sie Ihre Pflanzen optimal auf die neue Saison vorbereiten.

 

Warum ist ein Rückschnitt im Frühjahr wichtig?

Ein gezielter Rückschnitt sorgt dafür, dass Pflanzen ihre Kraft auf die richtige Triebe konzentrieren. Alte, abgestorbene oder kranke Teile werden entfernt, neue Triebe erhalten mehr Licht, Luft und Platz zum Wachsen. Besonders wichtig ist das für Pflanzen, die im Sommer oder Herbst blühen – bei ihnen fördert der Frühjahrsrückschnitt eine reiche Blüte.

Aber Vorsicht: Nicht alle Pflanzen vertragen einen Schnitt im Frühjahr. Wer falsch oder zu früh schneidet, riskiert Frostschäden oder eine schwache Blüte. Umso wichtiger ist es, genau zu wissen, welche Pflanzen wann und wie zurückgeschnitten werden sollten.

 

1. Ziergräser – jetzt ist der ideale Zeitpunkt

Ziergräser wie Pampasgras, Lampenputzergras oder Chinaschilf sollten erst im Frühjahr geschnitten werden – und nicht schon im Herbst. Das hat einen einfachen Grund: Die abgestorbenen Halme dienen im Winter als natürlicher Frostschutz für das Herz der Pflanze.

So geht’s:

  • Warten Sie mit dem Schnitt bis März oder April , wenn keine starken Fröste mehr drohen.
  • Schneiden Sie die Halme etwa eine Handbreit über dem Boden ab.
  • Tragen Sie dabei Handschuhe – einige Gräser können scharfkantig sein.

 

2. Sommerblühende Sträucher – diese Pflanzen können sie kräftig zurückschneiden

Schmetterlingsflieder zählt zu den Pflanzen, die sie im Frühjahr vor der Blüte im Sommer zurückschneiden sollten.
Schmetterlingsflieder sollte idealerweise vor der Blüte zurückgeschnitten werden. Bild von Petra auf Pixabay

Sträucher, die im Sommer oder Spätsommer blühen, setzen ihre Blüten am neuen Holz an. Das bedeutet: Ein kräftiger Rückschnitt im Frühjahr fördert die Blütenbildung.

Beispiele:

  • Schmetterlingsflieder (Buddleja)
  • Bartblume (Caryopteris)
  • Blauraute (Perowski)
  • Rispen- und Schneeballhortensien

 

So geht’s:

  • Schneiden Sie diese Sträucher bis auf etwa 20–30 cm über den Boden zurück.
  • Entfernen Sie alte, verholzte Triebe ganz.
  • Achten Sie auf ein gleichmäßiges Schnittbild.

 

3. Rosen – nur nicht zu früh!

Rosen sind klassische Kandidaten für den Frühjahrsschnitt. Doch der Zeitpunkt muss abgestimmt werden: Zu früher Rückschnitt kann bei Spätfrost zu Schäden führen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Ein bewährter Tipp: Wenn die Forsythien blühen , ist es Zeit, die Rosen zu schneiden. Das ist meist zwischen Ende März und Mitte April.

So geht’s:

  • Entfernen Sie erfrorene oder kranke Triebe vollständig.
  • Schneiden Sie kräftige Triebe auf 3–5 Augen zurück.
  • Achten Sie auf einen schrägen Schnitt knapp oberhalb einer nach außen zeigenden Knospe.

 

4. Stauden – Frühjahrsputz für die Beete

Phlox zählt zu den Stauden.
Phlox wird üblicherweise im Frühling zurückgeschnitten. Bild von Hans auf Pixabay

Viele Stauden wie Sonnenhut, Phlox oder Astern wurden im Herbst nicht geschnitten, weil ihre Samenstände im Winter wertvolle Nahrung für Vögel sind. Jetzt ist es an der Zeit, Platz für neues Leben zu schaffen.

So geht’s:

  • Schneiden Sie die trockenen Pflanzenreste bodennah ab.
  • Achten Sie darauf, keine frischen Triebe zu beschädigen – die zeigen sich oft schon im März.
  • Der Rückschnitt fördert eine gesunde, kompakte Entwicklung der Stauden.

 

5. Hortensien – auf die Sorte kommt es an!

Nicht jede Hortensie wird gleich behandelt. Ob Sie schneiden sollten, hängt von der Art ab:

Bauernhortensie & Tellerhortensie:

  • Blühen am alten Holz.
  • Nur leicht auslichten, alte Blütenstände oberhalb der neuen Knospen abschneiden.

Rispenhortensie & Schneeballhortensie:

  • Blühen am neuen Holz.
  • Kräftiger Rückschnitt im Frühjahr fördert Blüte und Wuchs.

Tipp:
Wenn Sie unsicher sind, welche Hortensie Sie haben, beobachten Sie, ob Ihre Pflanze im letzten Jahr am frischen oder alten Holz geblüht hat. Alternativ: Fragen Sie beim Fachhandel nach.

 

6. Lavendel – für eine schöne, kompakte Form

Lavendel ist vielseitig - hier im Topf. Immer zählt sie zu den Pflanzen, die sie im Frühjahr zurückschneiden sollten.
Lavendel zählt zu den Pflanzen, die sie im Frühjahr zurückschneiden sollten. Foto von Kitera Dent auf Unsplash

Lavendel gehört zu den Halbsträuchern und sollte im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden, um nicht zu verholzen und seine Form zu verlieren.

So geht’s:

  • Schneiden Sie etwa zwei Drittel der Pflanze zurück , aber nicht ins alte Holz – dort treibt Lavendel schlecht oder gar nicht mehr aus.
  • Ein zweiter, leichter Schnitt im Sommer nach der Blüte fördert die Nachblüte und hält die Pflanze in Form.

 

 

7. Beerensträucher – Ertrag sichern

Beerensträucher wie Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Brombeeren profitieren ebenfalls vom Rückschnitt im Frühjahr – zumindest dann, wenn es im Winter noch nicht geschehen ist.

So geht’s:

  • Entfernen Sie alte, abgetragene Triebe bodennah.
  • Lassen Sie pro Strauch 3–5 junge Haupttriebe stehen.
  • Bei Himbeeren: Schneiden Sie die fruchttragenden Triebe des Vorjahres ab, lassen Sie nur die neuen Triebe für dieses Jahr stehen.

 

8. Kräuter – zurückschneiden für mehr Aroma

Mehrjährige Kräuter wie Thymian, Salbei oder Oregano werden im Frühjahr zurückgeschnitten, um buschiger zu wachsen und neue, aromatische Triebe zu entwickeln.

So geht’s:

  • Entfernen Sie verholzte oder abgestorbene Teile.
  • Schneiden Sie etwa ein Drittel der Pflanze zurück.
  • Achten Sie darauf, das alte Holz nicht zu tief zu schneiden.

 

Achtung bei frühblühenden Sträuchern

Einige Gehölze wie Forsythien, Zierjohannisbeeren oder Weigelien blühen bereits im zeitigen Frühjahr – sie setzen ihre Blüten am Vorjahresholz an. Ein Schnitt vor oder während der Blüte nimmt die Pflanze die Blütenpracht.

Bei Forsythien sollten sie mit dem Schnitt besser warten. Bild von Karsten Paulick auf Pixabay

Unser Tipp: Diese Sträucher schneiden Sie erst nach der Blüte , um neue Knospen für das nächste Jahr nicht zu gefährden.

 

Was Sie beim Rückschnitt im Frühjahr beachten sollten:

  • Kein Schnitt bei Frost: Warten Sie milde, frostfreie Tage ab.
  • Scharfes Werkzeug verwenden: Saubere Schnitte verhindern Infektionen.
  • Vogelschutz beachten: Ab 1. März gilt das Bundesnaturschutzgesetz – keine radikalen Schnitte mehr an Hecken oder Bäumen!
  • Schnittgut verwerten: Nutzen Sie kleinere Äste für Totholzhaufen oder häckseln Sie Schnittreste für den Kompost.

 

Fazit: Der richtige Schnitt macht den Unterschied

Ein durchdachter Rückschnitt im Frühjahr legt den Grundstein für ein gesundes Gartenjahr. Wer weiß, welche Pflanzen zurückgeschnitten werden sollen, fördert Blüte, Wachstum und Ertrag auf natürliche Weise. Gleichzeitig beugen Sie Krankheiten vor und sorgen für eine gepflegte, vitale Gartenlandschaft.

Beobachten Sie Ihre Pflanzen, schneiden Sie sie mit Bedacht zurück und freuen Sie sich auf prächtiges Wachstum in den nächsten Monaten! Mit dem richtigen Zeitpunkt und der passenden Technik beim Pflanzen zurückschneiden schaffen Sie die besten Voraussetzungen für einen blühenden Garten.

 

 

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