Rechtliche Vorschriften beim Zaunbau

Wann muss ich mein Grundstück abgrenzen?

Grundsätzlich ist in Deutschland niemand verpflichtet, sein privates Grundstück abzugrenzen. Allerdings gibt es Ausnahmen wie zum Beispiel, wenn sich auf dem Grundstück ein Swimmingpool, ein Teich oder sogar eine Regentonne befindet. Da diese eine Gefahr für Kinder darstellen, muss das Grundstück nach außen hin geschützt sein. Das Gleiche gilt, wenn Sie einen Hund im Garten halten. Ist Ihr Grundstück nicht abgrenzt und etwas passiert, werden Sie dafür haftbar gemacht.

Brauche ich eine Genehmigung und welche baurechtlichen Auflagen muss ich erfüllen?

Ein wichtiger Begriff ist die Einfriedung. Wer einen Gartenzaun auf seinem Grundstück platzieren möchte, muss einige rechtliche Vorschriften beachtenWährend es sich bei Hecken um lebende Einfriedungen handelt, werden Zäune und Mauern als tote Einfriedigungen bezeichnet.

Bevor Sie Ihren Zaun errichten sollten Sie sich nach Einfriedungspflichten erkundigen. Generell dürfen Sie in Ihrem Garten so viele Zäune bauen, wie Sie mögen. Es wird erst kritisch, wenn sich diese an die Nachbarsgrenze annähern. Unter Umständen wird somit eine Genehmigung für das Errichten des Zauns fällig. Die Regelungen hierfür sind von Bundesland zu Bundesland verschieden und Sie können bei Ihrem jeweiligen Bauamt nachfragen.

Da Gartenzäune per Definition bauliche Anlagen sind, gibt es auch bestimmt baurechtliche Auflagen, die in der Landesbauordnung formuliert sind. Diese Auflagen treten in der Regel dann in Kraft, wenn eine gewisse Höhe überschritten wird. In NRW sind Gartenzäune bis zu zwei Metern genehmigungsfrei. Wenn der Zaun allerdings an einen öffentlichen Verkehrsbereich angrenzt liegt die Grenze in NRW bei einem Meter.

Das Bauamt informiert bereitwillig über alle benötigten Informationen. Dazu zählt unter anderem auch die Aufmachung. Wenn das zuständige Bauamt Ihnen dazu keine Auskunft gibt, reicht es in der Regel sich an die Ortsüblichkeit zu halten.

Was bedeutet Ortsüblichkeit?

Die Ortsüblichkeit bestimmt Art, Beschaffenheit und Höhe der Zäune in der Umgebung Ihres Gartens. Sie können sich meist selbst einen guten Überblick verschaffen, in dem Sie sich in Ihrer Nachbarschaft umschauen. Wenn dort beispielsweise alle einen 80cm hohen Zierzaun haben und Sie einen orangenen zwei Meter hohen Sichtschutzzaun planen, ist dieser nicht ortsüblich. Da er das allgemeine Erscheinungsbild zerstören würde, ist er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erlaubt.

Auf Nachbars Grund?

Eine weitere zu klärende Frage ist, wo Um Streit zu vermeiden, sollten Sie das Nachbargrundstück in die Planung des Gartenzauns einbeziehender Zaun stehen soll. Hierzu ist es zunächst nötig zu wissen, ob nur Sie oder auch die angrenzende Partei einfriedungspflichtig ist.

Wenn nur Sie einfriedungspflichtig sind, verläuft der Zaun am äußeren Rand Ihres Grundstücks.

Wenn sie beide beteiligt sind, steht der Zaun direkt auf der Grenzlinie und muss von beiden Parteien gewartet und gepflegt werden. Ohne die Zustimmung der anderen Partei darf nichts verändert oder entfernt werden.

Da ein Zaun eine landschaftliche Veränderung darstellt, ist es immer sinnvoll vorher mit Ihrem Nachbarn über die Gestaltung zu reden, um Problemen im Vorhinein aus dem Weg zu gehen.

 

 

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